Die Entstehung des Golf-Sports

Ein Artikel von Fr@nziskus

Der Legende nach war es ein schottischer Schäfer, der das Golfspiel erfand. Gelangweilt benutzte er seinen gekrümmten Hirtenstab, um einen Kiesel in ein Loch zu kicken. Er traf nicht. Die Engländer fanden das so erregend, dass sie die Idee sofort aufgriffen.

Relativ schnell stellte sich heraus, dass die Schafe meistens im Weg waren, zuviel Krach machten und das Schuhwerk beeinträchtigten. Darum ließ man sie kurzerhand weg. Gleiches galt für die Schäfer - auch wenn sie nicht so viele Häufchen hinterließen, wie ihre Schafe und so wurde früh der Grundstein für einen Elitesport gelegt, weil es sich kaum jemand leisten konnte, alle Schafe zu verjagen.

Da die Schäfer sich beharrlich weigerten, auch noch ihre Hirtenstäbe abzugeben, musste man sich anderweitig behelfen. Man bastelte sich sein eigenes Schlagwerkzeug, je nach Bestand des Hobbykellers mal aus Holz, mal aus Metall, kleinere, mittlere, größere... kurzum: ein wahres Sammelsurium kam da zusammen, und es stellte sich heraus, dass jeder den anderen um sein Bastelergebnis beneidete. Nach einigen heftigen Streitereien ("Ich will mein Holz nicht beschädigen, leihst du mir mal dein Eisen?") erklärte man kurzerhand den Gesamtbestand zur Grundausrüstung eines Golfers und die Schmiede und Schreiner hatten eine Weile gut zu tun, um jeden Spieler mit einer genügenden Anzahl von Schlaginstrumenten auszustatten.

Großzügig legte man das Spielareal fest und es stellte sich heraus, dass es genau 18 Löcher auf dem Feld gab, die man bespielen konnte. (Ein Grund, warum es relativ wenige Golfplätze gibt, liegt in der Tatsache begründet, dass die heutige Agrarlandschaft nur noch wenige Löcher aufweist)

In unserer modernen Zeit wurden die Kiesel längst durch High-Tech-Bälle ersetzt, genervte Spieler, die erst tagelang nach den Löchern suchten, setzten durch, dass diese durch weithin sichtbare Fähnchen gekennzeichnet werden mussten und Heerscharen von Gärtnern und Rasenmäherexperten erschufen einen Rasen, der jeden Schrebergärtner in schiere Verzweiflungsschreie treibt.

Wie spielt man nun Golf? Eigentlich geht es nur darum, einen kleinen Ball von hier nach da zu schubsen, wo er in ein Loch plumpst. Damit das möglichst nicht gelingt, darf nur ausgesprochen unpraktisches Gerät benutzt werden, mit dem ein Zielen kaum möglich ist. Zusätzlich haben sadistische Gartenhelfer einige Schikanen eingebaut, wie plötzlich endender Rasen, unüberwindliche Hindernisse in Form von kleinen Seen und andere lustige Dinge. Zudem sind die Entfernungen zwischen den Löchern ziemlich groß bemessen, damit japanische Geschäftsleute genügend Zeit haben, ihre internationalen Transaktionen zu besprechen, während sie dem Ball nachschlendern. Wie bereits oben erwähnt, gehört es zum guten Ton, alles, was man an Schlägern hat, mitzubringen und in einem kleinen Einkaufswagen hinter sich herzuziehen. Profis, die sich nur auf das schiere Schlagen des Balles konzentrieren wollen, mieten sich einen Caddy, eine Art Kegeljunge fürs Golfen, der die restliche Arbeit auf sich nimmt und sich beim Suchen des Balles nützlich macht.

Leute, die immer noch zwischen Golf und Formel 1 schwanken, Gehbehinderte oder stressgeplagte Manager bevorzugen ein elektrogetriebenes Fahrzeug (daher kennen wir den Ausdruck "Golfstrom"), müssen ihren Ball aber dennoch manuell schlagen. Das Mitnehmen in diesem Gefährt widerspricht den Regeln.
 

 

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Letzte Änderung am 5. April 1999